Picasso Museum Münster
Pablo Picasso, Der Stier, 1946, Lithografie, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster Info für Impressum: © Succession Picasso, Paris/VG Bild-Kunst, Bonn 2019
Pablo Picasso, Der Stier, 17.1.1946, Lithografie, 14. Zustand, Kunstmuseum Pablo Picasso Münster © Succession Picasso, Paris/VG Bild-Kunst, Bonn 2020
Montag30.11.2020


AKTUELLE INFORMATION:
Aufgrund der aktuellen Corona-Lage bleibt das Picasso-Museum bis voraussichtlich 30. November 2020 geschlossen.

AUSSTELLUNSVERLÄNGERUNG:
Die Ausstellung "Picasso/Miró - Eine Künstlerfreundschaft" wird bis
28. Februar 2021
verlängert.

Die druckgrafischen Techniken

Die Lithografie

Die Lithografie ist ein Flachdruckverfahren,  d.h. die druckenden und nicht druckenden Stellen liegen auf derselben Ebene. Farbauftrag und Druck gelingen durch die Abstoßung von Fett und Wasser. Die Bezeichnung leitet sich von altgriechisch „lithos“ (Stein) und „graphein“ (schreiben) ab. Das zu druckende Motiv wird seitenverkehrt mit Fettkreide oder -tinte direkt auf eine plan geschliffene Steinplatte gezeichnet, und diese wird anschließend mit Ätzflüssigkeit behandelt. An den Stellen, wo sich keine Zeichnung befindet, dringt die Flüssigkeit in die Poren des Steins ein. So bleibt später beim Aufwalzen der Druckerschwärze die Farbe nur an den gezeichneten Linien haften. Der restliche, mit Ätzflüssigkeit behandelte Bereich stößt sie jedoch ab. Die komplizierten chemischen Vorgänge verlangen von Künstler und Drucker umfassende drucktechnische Kenntnisse und viel Erfahrung.

Die Radierung

Die Radierung ist ein Tiefdruckverfahren, d.h. die zu druckenden Teile liegen auf einer tieferen Ebene als die nicht zu druckenden Teile. Diese werden mit einer Nadel oder einem Stichel in die Platte gekratzt bzw. geschnitten, oder mit der Hilfe von Säure hineingeätzt (man unterscheidet zwischen „Kaltnadelverfahren“ oder „Ätzradierung“). Zum Druck wird die Platte mit Farbe eingerieben und mit einem gazeartigen Tuch wieder blankgewischt, wobei die Farbe in den Vertiefungen bleibt. Die eingefärbte Platte wird mit einem angefeuchteten Papier bedeckt durch die Presse gezogen, wobei das Papier die Farbe in den Vertiefungen aufnimmt und ein seitenverkehrter Abdruck entsteht.

Der Holzschnitt

Unter Holzschnitt versteht man zum einen die Kunst, ein Bild in eine Holzplatte zu schneiden, zum anderen aber auch die Drucktechnik, von einem solchen Bild einen wertigen Druck auf Papier zu erzeugen. Auf ein wenige Zentimeter dickes Stück Holz wird meist eine Kreideschicht gelegt und dann das Motiv aufgetragen. Im Anschluss wird mit Hilfe eines Messers oder Stichels das Bild in die Holzplatte eingeschnitzt. Dabei entstehen Stege und Flächen, die später beim Druck die Farbe aufnehmen und an das Papier abgeben können. Die so gefertigte Druckvorlage nennt man auch Schwarzschnitt. Das anschließende Hochdruckverfahren wurde früher händisch durchgeführt, später dann durch Druckerpressen. Für Holzschnitte wurde meist in Längsrichtung des Stammes geschnittenes Birn-, Nuss- oder Eibenholz verwendet, später auch Buchsbaum.

Der Linolschnitt

Der Linolschnitt ist eine grafische Technik, die im Hochdruckverfahren arbeitet und im Prinzip dem Holzschnitt gleicht. Beim Hochdruck werden die nicht zu druckenden Flächen aus dem Druckstock herausgeschnitten, es werden somit nur erhabene Linien und Flächen gedruckt. In eine Linoleumplatte wird mit speziellem Werkzeug ein Negativmuster geschnitten. Das fertige Negativmuster wird mit Farbe überwalzt und dann auf Papier gedruckt. Dabei wird die an den erhabenen Stellen haftende Farbe auf das Papier übertragen.

Die Aquatinta

Die Aquatinta ist ein Tiefdruckverfahren, das sich hervorragend eignet, um über Flächenätzung Halbtöne zu erzeugen. Sie gilt als eine der malerischsten Tiefdrucktechniken. Hierbei wird eine Metallplatte, in der Regel aus Zink oder Kupfer, zunächst entfettet und dann mit pulverisiertem Asphalt, Kolophonium oder Harz bestäubt. Anschließend wird die Druckplatte von unten erhitzt, sodass die feinen Partikel aufschmelzen und im ausgehärteten Zustand säurebeständig werden. Es ergibt sich eine raue Oberfläche mit offenen und gedeckten Punkten. Im darauffolgenden Säurebad wird die Platte zwischen den aufgebrachten Körnchen angegriffen. Je länger die Ätzzeit, desto größer die Vertiefung und desto dunkler der Farbton, der später gedruckt wird. Um verschiedene Tonwerte zu erhalten, werden mehrere Ätzungen nacheinander durchgeführt und jeweils die Partien, die nicht dunkler werden sollen, mit Pinsel und Lack abgedeckt. Nach den Ätzvorgängen wird die Aquatinta-Platte vom aufgebrachten Staub und Lack befreit. Wie bei der Radierung wird anschließend Farbe in die Vertiefungen der Platte eingebracht und mit Hilfe einer Tiefdruckpresse auf ein angefeuchtetes Papier gedruckt.