Picasso Museum Münster
Picassoplatz
Picassoplatz (Foto: Picasso-Museum)
Dienstag24.11.2020


AKTUELLE INFORMATION:
Aufgrund der aktuellen Corona-Lage bleibt das Picasso-Museum bis voraussichtlich 30. November 2020 geschlossen.

AUSSTELLUNSVERLÄNGERUNG:
Die Ausstellung "Picasso/Miró - Eine Künstlerfreundschaft" wird bis
28. Februar 2021
verlängert.

Beauty Is A Line – Von Cy Twombly bis Gerhard Richter

1. Februar - 24. Mai 2020

Münster. Linien können nicht nur der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten sein, sie verbinden auch in einem musealen Kooperationsprojekt zwei Länder miteinander. Die Doppelausstellung „Beauty Is A Line“ findet gleichzeitig im Kunstmuseum Pablo Picasso Münster und im Rijksmuseum Twenthe im benachbarten Enschede statt. Vom 1. Februar bis zum 24. Mai 2020 widmet sich die Schau mit Gemälden, Grafiken, Skulpturen, Assemblagen, Filmen, Installationen, Performances und Einrichtungsgegenständen der Linie als Gestaltungsmittel und ihrer Schönheit und Funktion in der Kunst- und Kulturgeschichte. Das Picasso-Museum zeigt in seinem Ausstellungsteil „Beauty Is A Line – Von Cy Twombly bis Gerhard Richter“ über 60 Leihgaben aus international renommierten Museen wie dem Centre Pompidou Paris oder dem Stedelijk Museum Amsterdam sowie bedeutenden Privatsammlungen. Das Rijksmuseum widmet sich in seiner Ausstellung der Linie im Werk von „Picasso & Matisse“.

„Die Linie in der Kunst ist ein Universalthema, dem wir uns mit diesem innovativem Projekt an zwei Orten ausführlich widmen“, so Museumsleiter Prof. Dr. Markus Müller. „Wie zwei Legosteine ergänzen sich die beiden Ausstellungsteile in Münster und Enschede. Die eine funktioniert nur gemeinsam mit der anderen.“ Gemeinsam mit dem Kurator des Picasso-Museums Alexander Gaude und dem Direktor des Rijksmuseums Arnoud Odding sowie seinen KuratorInnen Josien Beltman, Thijs de Raedt und Paul Knolle hat Markus Müller die Ausstellung über zwei Jahre vorbereitet. „Das 20. Jahrhundert ist das Jahrhundert der modernen Kunst und damit das Jahrhundert der Linie“, betont Arnoud Odding den Stellenwert des gemeinsamen Ausstellungsprojektes. „Tippen Sie "Kunst des 20. Jahrhunderts" bei Google ein und sehen Sie eine neue Welt. Eine Welt voller klarer Linien und heller Farbebenen, die linear definiert sind. Eine Welt, die der Fantasie moderner Künstler entsprungen ist.“

In beiden Museen führt der Ausstellungsparcours die Besucher zunächst in das Europa der Jahrhundertwende, in dessen Salons die Linie als dekoratives Element Architekturen und Innenausstattungen, Kleidung, Mobiliar, Zeitschriften und auch das Design der kleinen Alltagsdinge verschönerte. Das Picasso-Museum präsentiert in diesem Zusammenhang u.a. Werke von Henry van der Velde, Jan Thorn Prikker und Paul Ranson, die mit ihrem eleganten ornamentalen Linienspiel maßgeblich die Kunst des Jugendstils prägten.

Im Anschluss fokussiert sich die Ausstellung in Münster mit Werken Bart van der Lecks, Friedrich Vordemberge-Gildewarts und César Domelas auf die Künstler der niederländischen Avantgardegruppe De Stijl, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch ihre geometrisch-abstrakte Formensprache einen radikalen Bruch mit der Vergangenheit initiierte.

Die Weiterentwicklung dieser Tendenzen in der US-amerikanischen Minimal Art der 1960er-Jahre verdeutlicht die Schau durch Skulpturen, Zeichnungen und Fotografien von Künstlern wie Donald Judd, Sol LeWitt, Robert Mangold und Dan Flavin sowie durch Experimentalfilme Bruce Naumans.
Die expressiv-gestischen Strömungen der Malerei der 1950er- und 1960er-Jahre hingegen werden durch Werke von Cy Twombly, Ernst Wilhelm Nay und Theo Wolvekamp erkundet, in deren ausdrucksstarken Gemälden sich schwungvolle Linien dem Auge des Betrachters darbieten.

Nicht zuletzt thematisiert die Ausstellung Pablo Picassos Kunst der Linie, die in einen spannungsreichen Dialog mit Gegenwartskünstlern wie Hanne Darboven, Gerhard Richter oder Olafur Elíasson gestellt wird.

Von Bonnard bis Picasso – Die Bücher des Monsieur Vollard
Ambroise Vollard (1865-1939) gilt als einer der bedeutendsten Akteure der Kunst der Moderne. In der Studioausstellung „Von Bonnard bis Picasso – Die Bücher des Monsieur Vollard“ widmet sich das Picasso-Museum den verlegerischen Vorlieben, Netzwerken sowie freundschaftlichen und geschäftlichen Verbindungen  des französischen Kunsthändlers. Mit Werken von Marc Chagall, Georges Rouault, Maurice Denis, Pierre Bonnard, Pablo Picasso und Georges Braque vereint die Schau einige der schönsten Exemplare französischer Malerbücher der im Picasso-Museum beheimateten Sammlung Classen.  

 „Ambroise Vollard kannte das „Who is Who“ der Klassischen Moderne“, berichtet Kurator Alexander Gaude. „Seine kleine, 1895 gegründete Galerie auf der Rue Laffitte wurde zum Schmelztiegel der Pariser Avantgarde und präsentierte die ersten Einzelausstellungen von Künstlern wie Paul Cézanne, Henri Matisse und Pablo Picasso.“

Der von einem berühmten Kundenstamm umgebene Ambroise Vollard, bei dem wichtige Sammler wie Albert C. Barnes oder Gertrude Stein regelmäßig einkauften, war zeitlebens auch ein begeisterter Verleger von bibliophilen Maler- und Künstlerbüchern. So initiierte er mit Künstlern aus seinem Umfeld zahlreiche Buchprojekte, die heute allesamt zu Klassikern des Malerbuchs der Moderne zählen. Vollard selber sah sich dabei als „Architekt“ seiner Bücher, der intensiv in den Gestaltungsprozess eingriff, wie er einmal in einem Gespräch betonte: „Es ist schwieriger ein Buch zu konstruieren als ein ganzes Viertel oder ganze Städte zu bauen.“ Zahllose Porträts, die viele Maler von dem Galeristen anfertigten, zeugen von Vollards enger Verbindung zu seinen Künstlern. Besonders intensiv war seine Beziehung zu der Künstlergruppe der Nabis rund um Pierre Bonnard und Maurice Denis, für deren kommerziellen und künstlerischen Erfolg sich Vollard stets engagierte. In Zusammenarbeit mit Vollard entstanden einige der schönsten Malerbücher der Nabis wie das in der Ausstellung präsentierte „Parallèlement“, das von Jacques Guignard als „Morgendämmerung des 20. Jahrhunderts in der Geschichte des gedruckten Buches“ beschrieben wurde.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 Uhr bis 18 Uhr

Öffentliche Führungen:
Samstag und Sonntag: 15 Uhr und 16:30 Uhr

Katalog „Beauty Is A Line“:
Verlag Waanders, 100 Seiten, rund 90 Abbildungen, 21,95 €

Ein Audioguide auf Deutsch, Englisch und Niederländisch ist an der Kasse erhältlich.

Pressekontakt:

Birthe Sarrazin
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
Picassoplatz 1
48143 Münster
Tel: +49 (0) 251 41 44 7-13
E-Mail: b.sarrazin@picassomsueum.de
www.kunstmuseum-picasso-muenster.de