Picasso Museum Münster
Freitag30.09.2022

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Aktuelle Ausstellungen

Fernande und Françoise - Erinnerungen an Picasso

1. Oktober 2022 - 22. Januar 2023

Das Picasso-Museum widmet sich in der Ausstellung zwei langjährigen Lebensgefährtinnen Pablo Picassos: Fernande Olivier (1881-1966) und Françoise Gilot (*1921). Die beiden eint, dass sie als einzige seiner Geliebten schriftlich ihre Lebenserinnerungen an die gemeinsam mit dem Künstler verbrachten Jahre festgehalten haben. Beide Frauen sind darüber hinaus bis heute untrennbar mit dessen Werk verbunden, was in der Ausstellung mit rund 70 Gemälden, Skulpturen, Werken auf Papier und Keramiken sichtbar wird.

Fernande Olivier wurde als uneheliche Tochter unter dem Namen Amélie Lang geboren. Sie heiratete früh, die Ehe scheiterte jedoch und sie ging 1900 nach Paris, wo sie unter ihrem Künstlernamen Fernande Olivier als Modell arbeitete. 1904 traf sie erstmals Pablo Picasso, ein Jahr später zog sie zu ihm ins Atelierhaus Bateau-Lavoir auf den Montmartre. Bis zur Trennung im Jahr 1912 bildete Picasso Fernande in über 60 Werken ab, darunter zahlreiche Hauptwerke seiner kubistischen Periode. Keinem anderen Einzelmotiv widmete er in den Vorkriegsjahren eine vergleichbare Aufmerksamkeit.

Françoise Gilot war eine 21jährige Studentin und ambitionierte Malerin, als sie im Mai 1943 Pablo Picasso in Paris kennenlernte. Drei Jahre später wurde sie offiziell seine Lebensgefährtin. Nach der Geburt des gemeinsamen Sohns Claude im Jahr 1947 verlegten sie ihren Lebensmittelpunkt in das südfranzösische Vallauris. Ihre Tochter Paloma kam 1949 zur Welt. Im September 1953 beendete Gilot ihre Beziehung zu Picasso und zog mit den Kindern zurück nach Paris. Während der „Période Françoise“ entdeckte Picasso die Lithografie und die Keramik als neue künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten für sich. Thematisch sind die Werke dieser Jahre von der Reflexion antiker Bildwelten auf der einen und der Besinnung auf die private, familiäre Sphäre auf der anderen Seite gekennzeichnet.Von Françoise Gilot selbst zeigt die Schau acht Gemälde aus den Jahren 1945 bis 1965.

Die Sonderausstellung ist Teil des „Picasso Jubiläum 2023“, mit dem der 50. Todestag von Pablo Picasso international gefeiert wird. Unter der Federführung des Musée Picasso Paris wird im Rahmen des Jubiläums von internationalen Museen und Ausstellungshäusern ein einzigartiges Programm von multidisziplinären kulturellen Veranstaltungen zusammengestellt, das die universelle Resonanz des Werks Pablo Picassos würdigen soll.

 

Bildtitel: Fernande Olivier, 1906 © bpk  RMN - Grand Palais / Françoise Gilot, Fotografie von Ulrich Mack,  1965 / Pablo Picasso, Tête de jeune femme, 1906, Holzschnitt, (c) Succession Picasso, VG Bild-Kunst, Bonn 2022 / Françoise Gilot, Claude und Paloma spielen Ball, 1952, Öl auf Sperrholz, Privatsammlung (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022

Boten der Nacht - Expressive Avantgarden in Deutschland 1918-1968

Die Sammlung Sorst

1. Oktober 2022 - 22. Januar 2023

In der Ausstellung „Boten der Nacht. Expressive Avantgarden in Deutschland 1918-1968. Die Sammlung Sorst“ zeigt das Picasso-Museum im Herbst Meisterwerke der deutschen Druckgrafik von Künstlerinnen und Künstlern wie Erich Heckel, Karl Schmidt-Rottluff, Ernst Barlach, Otto Dix, Käthe Kollwitz, Jeanne Mammen, Gerhard Marcks, HAP Grieshaber und Horst Janssen. Ausgestellt sind über 70 Exponate, darunter Holzschnitte, Radierungen, Lithografien und Skulpturen. Die Schau versucht anhand der expressiven Avantgarden des 20. Jahrhunderts von den Brücke-Künstlern, über die Vertreter der Neuen Sachlichkeit bis in die Nachkriegsmoderne hinein, eine deutsche Kunst- und Mentalitätsgeschichte der existentiellen Gefährdung, der Trauer, Angst und Hoffnungslosigkeit zu erzählen, die nicht zuletzt in Anbetracht derzeitiger weltpolitischer Entwicklungen in unsere Gegenwart hineinwirkt.

Angst, Einsamkeit, Isolation, Trauer, Furcht, Krieg, Flucht und Vertreibung, aber auch mystische, ekstatische und visionäre Erfahrungen, die von der Nachtseite der menschlichen Seele künden, bilden die Themen der Ausstellung. Die Werke schaffen eine inhaltliche Verbindung zwischen den Schrecken der beiden Weltkriege bis hin zu der Furcht vor atomaren Bedrohungen der 1960er-Jahre.

Die Leihgaben stammen aus der in Hannover beheimateten Sammlung Ernst-Joachim Sorst, dem Käthe Kollwitz Museum Köln, dem Horst-Janssen-Museum Oldenburg sowie dem Ernst Barlach Haus Hamburg.

Bildtitel: HAP Grieshaber, Der Totentanz von Basel, 1966, Farbdruck (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022 / Käthe Kollwitz, Der Tod packt eine Frau, um 1921-1922, Kreide auf gelblichem Papier, Käthe Kollwitz Museum, Köln / Otto Dix, Römerin, 1963, Lithografie, Sammlung Sorst (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2022