Picasso Museum Münster
Freitag15.10.2021

 

Aktuelle Ausstellungen:
Rendezvous der Freunde - Camoin, Marquet, Manguin, Matisse

Picasso - Fotografie und Mythologie

Aktuelle Ausstellungen

Rendezvous der Freunde – Camoin, Marquet, Manguin, Matisse

8. Oktober 2021 – 16. Januar 2022

Die vier französischen Künstler Charles Camoin, Albert Marquet, Henri Manguin und Henri Matisse lernten sich in den 1890er-Jahren in Paris kennen. Sie fanden als junge Studenten während ihrer künstlerischen Ausbildung im Atelier von Gustave Moureau freundschaftlich zusammen und blieben sich ein Leben lang verbunden. Immer wieder malten sie zu verschiedenen Zeiten Seite an Seite und tauschten Hunderte von Briefen aus, die neben den Kunstwerken die engen kameradschaftlichen Bande belegen, die sie untereinander knüpften und kultivierten.

Die Ausstellung zeigt rund 120 Gemälde, Zeichnungen, grafische Arbeiten und Skulpturen der vier Künstler und spürt gleichzeitig ihren gemeinsamen Inspirationsquellen nach. Ihr Werk ist geprägt vom französischen Impressionismus, deren naturalistische Landschaftsschilderungen sie jedoch zu Gunsten einer intensivfarbigen, ausdrucksvolleren Ästhetik überwanden und weiterentwickelten. Mit ihrer expressiven Malerei lösten die vier Künstler der „Moureau-Gruppe“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts Skandale aus. Kritiker bezeichneten ihre Kunst als „wilde Malerei“, was ihnen den Spitznamen der „Fauves“ (die Wilden) verlieh.  

Nach ihrer gemeinsamen fauvistischen Stilperiode beschritten die vier Männer in ihrer weiteren künstlerischen Entwicklung individuelle Wege. Ein ständiger Briefwechsel zeugt jedoch von den weiterhin freundschaftlichen Beziehungen zwischen Matisse und Camoin einerseits, sowie Matisse und Marquet andererseits.

Die Ausstellung zeigt einen Querschnitt durch die jeweilige stilistische Entwicklung der vier Maler, gemeinsame Themen sowie ihre gegenseitige Inspiration. Die Präsentation stellt darüber hinaus auch ihre künstlerische Individualität und die stilistischen Besonderheiten jedes einzelnen heraus. In diesem Zusammenhang werden auch Werke ihres gemeinsamen Lehrers Gustave Moreau präsentiert.

 

Picasso – Fotografie und Mythologie

8. Oktober 2021 – 16. Januar 2022

„Im Grunde gibt es nur einen: Matisse.“ Picassos berühmtes Urteil über den großen Konkurrenten und späten Weggefährten drückte sich auch in bildkünstlerischer Hinsicht im Schaffen des Spaniers aus: Zu Beginn der 1960er-Jahre adaptierte er das von Matisse zur Perfektion gebrachte Verfahren des Scherenschnitts für die Gestaltung des ungewöhnlichen, in Zusammenarbeit mit dem Fotografen André Villers entstandenen Künstlerbuches „Diurnes“. Picasso, der dem jungen Fotografen seine erste Rolleiflex schenkte und Villers, der den Künstler in Südfrankreich in zahlreichen Kampagnen porträtierte, verband eine enge Freundschaft. „Diurnes“ repräsentiert den Höhepunkt der gemeinsamen in den 1950er-Jahren begonnenen fotografischen Experimente. Im Rahmen der Ausstellung treffen die 30 Lichtdrucke des Künstlerbuches auf im zeitlichen Umfeld entstandene Werke aus dem Eigenbestand des Picasso-Museums.

Fotos: André Villers, Pablo Picasso, La chèvre aux gravois, Diurnes, 1962 (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021 und Pablo Picasso, Faunskopf, 1962, Farblinolschnitt (c) VG Bild-Kunst, Bonn 2021