Picasso Museum Münster
Sonntag26.06.2022

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Aktuelle Ausstellungen

Andy Warhol

14. Mai - 18. September 2022

Die Ausstellung „Andy Warhol“ präsentiert insgesamt 77 „Prints“ des berühmtem amerikanischen Pop Art-Künstlers aus den Jahren 1954 bis 1987. Viele davon werden in der Schau in Münster erstmalig öffentlich ausgestellt.

Das Picasso-Museum zeigt einen breiten Querschnitt durch Warhols druckgrafisches Schaffen, darunter hauptsächlich Siebdrucke auf Papier. Zu sehen sind viele seiner beliebtesten Motive, die zu modernen Bildikonen geworden sind: Die Campbell-Suppendose, Marilyn Monroe und seine bunten Blumen.

Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden Porträts von Stars und Prominenten der 50er- bis 80er-Jahre; darunter neben Marilyn Monroe auch weitere Hollywoodstars wie Liz Taylor, Jane Fonda, Grace Kelly und Ingrid Bergmann, sowie Figuren aus der New Yorker High Society wie Caroline von Monaco und Liza Minelli.

Warhol porträtiert im gleichen Stil aber auch Staatsmänner und -frauen wie Lenin, Mao Zedong und Königin Elisabeth II. sowie Persönlichkeiten aus der (deutschen) Geschichte, z.B. Johann Wolfgang von Goethe und Ludwig van Beethoven.

Vollständig wird die Bildserie Flash – November 22, 1963 aus dem Jahr 1968 präsentiert, die die Ermordung von John F. Kennedy zum Thema hat.

Ein weiterer Schwerpunkt sind die Paraphrasen auf Meisterwerke der Kunstgeschichte, denen sich Warhol Mitte der 1980er-Jahre intensiv in seinen Druckgrafiken widmet: Gemälde wie Die Geburt der Venus von Sandro Boticelli, Die Verkündigung von Leonardo da Vinci und den Schrei von Edvard Munch adaptiert er in seinem unverkennbaren Stil.

Neben seinem Bildkünstlerischen Werk war Andy Warhol aber auch ein leidenschaftlicher Filmemacher, was die Ausstellung anhand ausgewählter Beispiele seiner „Screen Tests“ zeigen wird: Eine von ihm in den 1960er Jahren entwickelte und gedrehte Form des Experimentalfilms, die eine völlig neue Art des Porträts darstellen. Es handelt sich dabei um kurze, stumme Schwarzweiß-Filmporträts, die zwischen 1964 und 1966 entstanden sind.

Unter Warhols Anleitung versuchten die Porträtierten – ein breites Spektrum von Personen, von denen viele zur kulturellen Szene New Yorks gehörten – etwa drei Minuten lang bewegungslos zu sitzen, während sie gefilmt wurden. Die Filme werden in Zeitlupe projiziert und zeigen ein sich langsam bewegendes, fast unbewegtes Bild der porträtierten Person.

Katalog Andy Warhol

Hrsg. von Ann-Katrin Hahn für das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
160 Seiten mit rund 100 farbigen Abbildungen
mit Beiträgen von Alexander Gaude, Ann-Katrin Hahn und Prof. Dr. Markus Müller
Kettler Verlag
18,90 Euro im Museumsshop vor Ort / 34 Euro im Onlineshop

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Kunst nach Kunst – Picassos Variationen nach Alten Meistern

14. Mai - 18. September 2022
Parallel zur großen Sonderausstellung „Andy Warhol“ präsentiert das Picasso-Museum die kleine Studio-Ausstellung "Kunst nach Kunst", die die Hauptausstellung thematisch mit dem künstlerischen Schaffen Pablo Picassos verknüpft und Einblick in eine faszinierende Phase in Picassos Spätwerk gibt.

Ausgehend von Andy Warhols künstlerischer Auseinandersetzung mit ikonischen Werken der Kunstgeschichte von den italienischen Renaissancemalern Sandro Botticelli, Leonardo da Vinci und Piero della Francesca über den französischen Klassizisten Jacques-Louis David bis hin zu Edvard Munchs „Der Schrei“ schließt die Schau mit Werken von Pablo Picasso an die Warhol-Ausstellung an. Auch der Spanier interpretierte zeit seines Lebens altmeisterliche Kunstwerke auf spielerische Art und Weise.

Picasso schuf eine Vielzahl an Paraphrasen von Werken von Künstlern wie Lucas Cranach der Ältere und Jüngere, El Greco, Peter Paul Rubens, Diego Velázquez, Jean-Auguste-Dominique Ingres, Eugène Delacroix, Édouard Manet, die den Gegenstand dieser Studio-Ausstellung bilden.

Picasso äußerte sich bereits 1923 über die Frage nach der Zeitlosigkeit von Kunst und nach der Bedeutung der Antike und Alten Meister für die Moderne: „Immer wieder werde ich gebeten zu erklären, wie sich meine Malerei entwickelt hat. Für mich gibt es in der Kunst keine Vergangenheit oder Zukunft. Die Kunst der Griechen, der Ägypter, der großen Maler, die in anderen Zeiten lebten, ist keine Kunst der Vergangenheit; vielleicht ist sie heute lebendiger denn je.“

Im Werk beider Künstler – Warhol und Picasso – bildet die intensive Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte einen Schlüssel zu ihrem künstlerischen Selbstverständnis und schlägt eine Brücke zwischen den komplexen ästhetischen Strategien und Standortbestimmungen der Nachkriegs- und der durch die Pop Art initiierten Postmoderne.